• Prüfung und Validierung von Hydro-Gas-Federungseinheiten, die in Kampfpanzern und Schützenpanzern eingesetzt werden (T-72, T-90, BMP-II, Arjun MBT, K9 Vajra usw.). • Qualifikations- und Abnahmeprüfungen von HSU-Komponenten nach Fertigung, Überholung oder Reparatur. • Überprüfung der Dichtheitsintegrität, der Prüfdruckfähigkeit und der strukturellen Festigkeit von Federbeinen. • Dynamische Dämpfungsbewertung durch Einfeder–Ausfeder-Simulation zur Zertifizierung des Energieabsorptionsverhaltens. • Erstellung von Kraft-Geschwindigkeits-, Druck-Durchfluss- und Hysteresekennlinien zur Einhaltung der OEM-Standards. • Konditionierung und Spülung von HSUs während der Wartung, einschließlich Ölwechsel- und Spülzyklen. • Kalibrierung und Benchmarking von Hydraulik-Gas-Federungseinheiten für F&E, Leistungsoptimierung und Fehleranalyse. • Laborsimulation von Gefechtsschocklasten und geländeinduzierten Kräften zur Bewertung von Mobilitätssystemen.
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1. Einleitung: Beherrschung der „eisernen Beine“ der gepanzerten Kriegsführung Im unerbittlichen Schauplatz der modernen Kriegsführung wird die Überlebensfähigkeit eines Kampfpanzers (MBT) durch drei Säulen definiert: Feuerkraft, Schutz und Mobilität. Während Panzerung Geschosse abwehrt und Kanonen Ziele bekämpfen, ist es das Fahrwerk, das es einem 45- bis 60-Tonnen-Giganten ermöglicht, Gelände mit taktischen Geschwindigkeiten zu durchqueren und dabei die Stabilisierung der Hauptwaffe aufrechtzuerhalten. Der Neometrix Hydro-Gas-Federungsprüfstand ist die maßgebliche Bodenunterstützungslösung, die sicherstellt, dass diese kritische Mobilität niemals versagt. Speziell entwickelt für die komplexen hydropneumatischen Federungseinheiten (HSU), wie sie auf Plattformen wie T-72, T-90, BMP-II, K9 Vajra und dem Arjun MBT eingesetzt werden, überbrückt dieses System die Lücke zwischen roher Kraft und chirurgischer Präzision. Im Gegensatz zu herkömmlichen mechanischen Federn nutzen HSUs komprimierten Stickstoff als Federelement und Hydraulikflüssigkeit als Dämpfer – ein hochentwickeltes Zusammenspiel, das eine exakte Kalibrierung erfordert. Dieser Prüfstand dient als „virtuelles Erprobungsgelände“. Er ist in der Lage, die heftigen Einfeder- (Jounce/Kompression) und Ausfederkräfte (Rebound/Ausdehnung) zu simulieren, denen ein Panzer im Einsatz ausgesetzt ist – und das alles in einer kontrollierten Laborumgebung. Durch die Bereitstellung einer hochdruckhydraulischen Betätigung bis zu 400 Bar und die digitale Überwachung der Antwortkurven stellt der Neometrix Prüfstand sicher, dass jede Federstrebe, die die Werkstatt verlässt, bereit ist, die Schocks des Gefechtsfeldes zu absorbieren und sowohl die empfindliche Fahrzeugelektronik als auch die Besatzung vor ermüdender Belastung zu schützen. 2. Systemarchitektur & technische Spezifikationen Die Prüfanlage ist als modulares, skid-montiertes System ausgelegt und besteht aus zwei primären Subsystemen: der Hydraulik-Leistungseinheit (HPU) und der Kommando- & Kontrollstation. A. Hydraulik-Leistungseinheit (HPU) – Die kinetische Quelle Die HPU ist eine Hydraulikstation für Dauerbetrieb, ausgelegt zur Bereitstellung eines pulsationsfreien Durchflusses bei hohen Drücken. • Behälterkonstruktion: Gefertigt aus Edelstahl SS-304 oder dickwandigem Baustahl mit einer ungefähren Kapazität von 400–600 Litern (konfigurierbar bis 1000 L für größere Prüfstände). Ausgestattet mit: ▹ Internen Prallblechen zur Erzwingung laminaren Durchflusses und zur Förderung der Entlüftung. ▹ Magnetischen Saugabscheidern zur Abscheidung ferromagnetischer Verunreinigungen. ▹ Trockenmittel-Entlüftern zur Verhinderung des Eindringens von atmosphärischer Feuchtigkeit. • Antrieb: 3-Phasen-AC-Asynchronmotor (Industrieausführung, IE3-Wirkungsgrad), typischerweise mit 30 kW bis 45 kW Nennleistung je nach Durchflussanforderung, Betrieb bei 1440 U/min. • Pumpengruppe: ▹ Hauptpumpe: Axialkolbenpumpe mit verstellbarem Fördervolumen (z. B. Parker PV Plus Serie oder gleichwertig) mit Load-Sensing- (LS) und Druckkompensations- (P-Comp) Regelung zur Minimierung der Wärmeentwicklung im Leerlauf. ▹ Sekundärkreis: Externe Zahnradpumpen für Kühlkreisläufe und die Erzeugung des Pilotdrucks. • Filtrationsarchitektur (NAS 1638 Klasse 6 konform): ▹ Druckleitung: 3-Mikron-Absolutfilter mit hoher Berstfestigkeit zum Schutz der Prüfeinheit (UUT). ▹ Rücklaufleitung: 10-Mikron-Filter zur Erfassung von aus der UUT ausgespülten Verunreinigungen. ▹ Verstopfungsanzeigen: Elektronische Differenzdruckschalter, an die SPS angebunden, zur Auslösung von „Filter verstopft“-Alarmen vor dem Bypass. • Thermisches Management: Aktiver Rohrbündel- oder Luftkühler-Wärmetauscher (Chiller), ausgelegt zur Abfuhr von bis zu 30 % der Eingangsleistung, um die Hydrauliköltemperatur während Dauerprüfungen zwischen 40 °C und 55 °C zu halten. B. Messtechnik & Steuerung – Der digitale Kern Das System nutzt eine PC-basierte Automatisierungsarchitektur in einem industriellen Schaltschrank im Rittal-Stil mit Schutzart IP54. • Softwareumgebung: Kundenspezifisch entwickelte National Instruments LabVIEWTM Anwendung auf einem Industrie-PC (IPC). • Datenerfassung (DAQ): Hochgeschwindigkeitsabtastung (bis zu 1 kS/s) zur Erfassung transienter Druckspitzen bei schneller Ventilbetätigung. • Telemetrie & Sensorik: ▹ Druckaufnehmer: Dehnungsmessstreifenbasierte Sensoren mit 0,25 % v.E. Genauigkeit (Messbereich: 0–400 Bar). ▹ Durchflussmesser: Hochdynamischer Turbinen- oder Zahnrad-Durchflussmesser (Messbereich: 0–300 LPM) im Rücklauf installiert zur Charakterisierung der Dämpfungsfluid-Verdrängung. ▹ Lineare Wegaufnehmer (LVDT): (Optional) In den Aktuator integriert zur Korrelation von Druck und Weg (Kraft-Weg-Kennlinien). 3. Umfassende betriebliche Fähigkeiten Der Neometrix HSU-Prüfstand ist darauf ausgelegt, das gesamte Leistungsspektrum hydropneumatischer Einheiten zu validieren. Modus 1: Statischer Druck- & Dichtheitsnachweis • Funktion: Überprüfung der strukturellen Festigkeit des Zylinderkörpers und der Haltefähigkeit der Kolbendichtungen. • Prüfablauf: Das System beaufschlagt die HSU mit dem 1,5-fachen des Betriebsdrucks (typischerweise bis zu 350 Bar bzw. 1000 Bar für spezielle Drucknachweise). Die Versorgung wird über leckagefreie Sitzventile isoliert. • Abnahmekriterien: Die Software überwacht den Druckabfall über eine feste Dauer (z. B. 180 Sekunden). Jeder Abfall, der die spezifizierte Toleranz überschreitet (z. B. >2 Bar), löst einen „FAIL“-Status aus und weist auf interne Umströmung oder externe Leckage hin. Modus 2: Dynamische Dämpfungscharakterisierung (Ein-/Ausfedern) • Funktion: Validierung der Fähigkeit der HSU zur Dissipation kinetischer Energie. • Prüfablauf: ▹ Einfedern (Kompressionssimulation): Hochdurchfluss-Magnetventile leiten Fluid auf die Kolbenseite und simulieren die schnelle Aufwärtsbewegung des Laufrads bei Geländestoß. Das System misst den Druckanstieg, der zur Erreichung eines definierten Durchflusses erforderlich ist. ▹ Ausfedern (Dehnungssimulation): Die Ventile schalten um und zwingen das Fluid aus der Einheit, um die Rückkehr des Rads in seine Ausgangsposition zu simulieren. Das System misst die Durchflussbegrenzung (Dämpfkraft), die durch die internen Drosseln der HSU bereitgestellt wird. • Ergebnis: Das System erzeugt eine Hystereseschleife (Kraft vs. Geschwindigkeit) oder ein Druck-Durchfluss-Diagramm. Diese Kennlinien werden mit dem OEM-„Goldstandard“-Fenster überlagert, um die Komponente zu zertifizieren. Modus 3: Fluidkonditionierung & Befüllen/Entlüften • Funktion: Automatisierter Wartungszyklus. • Prüfablauf: Der Prüfstand zirkuliert sauberes Öl durch die HSU, um gealtertes Fluid und Partikel (Metallabrieb, Dichtungsreste) auszuspülen. Anschließend wird die Einheit mit frischem MIL-H-5606- oder OM-15-Hydraulikfluid auf das exakte Volumen befüllt, das für die korrekte Funktion der Stickstoff-Gasfeder erforderlich ist. 4. Technisches Datenblatt