• Primäre Hydrauliksysteme für die Flugsteuerung auf modernen zweimotorigen Hubschraubern und vergleichbaren Luftfahrzeugen. • Nebenhydrauliksysteme für: ▹ Aus- und Einfahren des Fahrwerks ▹ Radbrems- und Feststellbremssysteme ▹ Rettungs- und Lastwinden ▹ Sonar-/Harpunen- und andere Missionsausrüstungswinden • Jede Luftfahrtplattform, die einen kompakten, selbstdruckaufbauenden Hydraulikbehälter mit integriertem Intensivierer und Steuerfunktionen erfordert.
and we will get back to you.
Thank You!
Your enquiry has been received, We will get back to you shortly.
1. Einleitung – Warum dieses Modul kritisch ist In einem modernen Kampf- oder Mehrzweckhubschrauber ist das Hydrauliksystem das Nervensystem des Luftfahrzeugs. Jede Änderung des Hauptrotorblattwinkels, jede Korrektur des Heckrotors, jeder Fahrwerkszyklus, jede Bremsbetätigung und jede Aktivierung von Missionsausrüstung hängt letztlich von einem Faktor ab: einer stabilen, unterbrechungsfreien Versorgung mit hydraulischer Leistung. Das integrierte hydraulische Flugzeugbehälter-, Intensivierer- und Steuermodul ist die Einheit, die dies sicherstellt. Es speichert nicht nur Hydrauliköl, sondern gewährleistet aktiv, dass die Hydraulikpumpe niemals unterversorgt wird – selbst dann nicht, wenn das Luftfahrzeug in aggressive Nick-, Roll-, Gier- oder Negativ-G-Manöver gezogen wird, bei denen herkömmliche Behälter Luft ansaugen und der Saugdruck zusammenbricht. Anstelle eines einfachen Tank-und-Filter-Systems handelt es sich bei diesem Modul um einen selbstdruckaufbauenden Reverse-Intensifier-Bootstrap-Behälter, der unabhängig von Fluglage, Flüssigkeitsschwappen oder schnellen Transienten durch Flugsteuerungs- und Nebenverbraucher kontinuierlich etwa 2,5 bar(g) am Pumpensauganschluss aufrechterhält. Ein Abfall des Saugdrucks zeigt sich hier nicht nur als schlechter Messwert – er führt zu Kavitation, verzögerter Aktuatorreaktion, schwammigen Steuerungen und im schlimmsten Fall zum Verlust der Steuerbarkeit. Durch die Integration von Behälter, Intensivierer, Hoch- und Niederdruck-Druckbegrenzungsventilen, Rückschlagventilen, Filtration, Füllstandserfassung sowie Temperatur- und Drucküberwachung in einem einzigen, luftfahrtgeeigneten Modul werden lange Rohrleitungsführungen und multiple Ausfallstellen eliminiert. Es entsteht ein zentraler, streng kontrollierter Sicherungspunkt für das gesamte Hydrauliksystem moderner Hubschrauber- und Flugzeugplattformen. 2. Systemübersicht und funktionale Rolle Das integrierte hydraulische Flugzeugbehälter-, Intensivierer- und Steuermodul ist ein kompaktes Hydraulik-Leistungsaufbereitungsmodul, ausgelegt für mehrkreisige Flugzeughydrauliksysteme, typischerweise mit getrennten Flugsteuerungs- und Nebenhydraulikkreisen. Es werden zwei Hauptbehälterkonfigurationen eingesetzt: • 2,75-L-Modul – typischerweise für primäre Flugsteuerungssysteme (Haupt- und Heckrotoraktuatoren). • 4,25-L-Modul – typischerweise für Nebenverbrauchersysteme (Fahrwerk, Radbremsen, Winden, Seilzüge usw.). Innerhalb einer integrierten Baugruppe vereint das Modul: • Selbstdruckaufbauenden Bootstrap-Behälter • Differenzialflächen-Kolbenintensivierer zur Behälterdruckbeaufschlagung • Hochdruck- und Niederdruck-Druckbegrenzungsventile • Druck- und Rücklauffilter mit automatischer Absperrung und Verschmutzungsanzeige • Druckaufnehmer und Druckschalter • Temperaturschalter zur thermischen Überwachung der Hydraulikflüssigkeit • Mechanische Füllstandsanzeige und Näherungssensor für Niedrigstand • Rückschlagventile, Entlüftungsventil sowie Service-/Boden-Schnellkupplungen • Oberen Verteilerblock als Knotenpunkt für alle Hydraulikanschlüsse Das Modul ist flanschmontiert auf einer 250 × 250 mm Grundplatte und so ausgelegt, dass es enge Höhen- und Gewichtsvorgaben einhält, wodurch eine direkte Integration in den Hydraulikraum des Luftfahrzeugs möglich ist. 3. Architektur und Hauptbaugruppen 3.1 Selbstdruckaufbauender Bootstrap-Behälter • Zwei Behältergrößen: 2,75 L und 4,25 L maximales Flüssigkeitsvolumen. • Nutzvolumen: ca. 2,50 L bzw. 4,00 L, wobei das verbleibende Volumen für thermische Ausdehnung und Notfallreserve vorgesehen ist. • Vertikal montierter zylindrischer Behälter mit Kühlrippen an der Niederdruckkammer zur verbesserten Wärmeabfuhr im Dauerbetrieb. • Die interne Geometrie und Anordnung der Füllstandsanzeige sind so ausgelegt, dass Lufteinschlüsse vermieden werden und korrekte Füllstandsanzeigen bei Bodenprüfungen sowie in verschiedenen Fluglagen gewährleistet sind. • Auf der Niederdruckseite ist ein Luftfilter/Entlüfter vorgesehen, um das Eindringen von Verunreinigungen bei Atmosphärenkontakt zu minimieren. 3.2 Differenzialflächen-Intensiviererbaugruppe Wesentliche geometrische Kenndaten: • Kolbendurchmesser Niederdruckseite (D): 180 mm • Kolbendurchmesser Hochdruckseite (d): 25 mm • Kolbenstangendurchmesser (Rd): 15,318 mm • Flächenverhältnis (ND-Seite : HD-Seite): ≈ 82,4 : 1 • Maximaler Hub – Version 2,75 L: ≈ 110 mm (ergibt ~2,75 L max. Volumen, 2,50 L Nennvolumen, 1,25 L Notfallreserve) • Maximaler Hub – Version 4,25 L: ≈ 168 mm (ergibt ~4,25 L max. Volumen, 4,00 L Nennvolumen, 1,25 L Notfallreserve) Hochdruckflüssigkeit aus der Pumpe wirkt auf den Kolben mit kleiner Fläche, und diese Kraft wird über die Kolbenstange auf den Kolben mit großer Fläche übertragen, der auf die Behälterflüssigkeit wirkt und so einen stabilen positiven Saugdruck erzeugt. 3.3 Ventil- und Filterverteiler Der auf dem Behälter montierte Verteiler integriert: • Hochdruck-Druckbegrenzungsventil (zweistufig, Kartuschenbauart) ▹ Öffnet bei ca. 1,25–1,33 × dem nominalen Systemdruck zum Schutz vor Überdruck. ▹ Ausgelegt für den vollen Pumpenvolumenstrom (~25 L/min). • Niederdruck-Überbord-Druckbegrenzungsventil ▹ Schützt Behälter und ND-Kammer vor Überdruck infolge Rücklaufblockierung oder thermischer Ausdehnung. ▹ Entlüftet zur Atmosphäre bei ca. 4–5 × des normalen Rücklaufdrucks, ebenfalls für vollen Pumpenvolumenstrom. • Druckfilter (ohne Bypass) ▹ In der Systemdruckleitung angeordnet. ▹ Automatische Absperrung verhindert das Entleeren des Behälters beim Filterwechsel. ▹ Integrierte Verschmutzungsanzeige warnt frühzeitig vor Durchflussbegrenzungen. • Rücklauffilter (mit Bypass) ▹ In der Rücklaufleitung zum Behälter angeordnet. ▹ Mit automatischer Absperrung und Verschmutzungsanzeige. ▹ Die Bypass-Funktion stellt den Durchfluss auch bei verstopftem Filterelement sicher und signalisiert gleichzeitig den Wartungsbedarf. • Rückschlagventile ▹ In der Pumpendruckleitung (ungefilterter Abzweig) zur Aufrechterhaltung des Drucks auf den Intensivierer und damit der Behälterdruckbeaufschlagung nach Pumpenabschaltung. ▹ In der Gehäuse-Entlastungsleitung der Pumpe (mit Filter) zur Steuerung des Rückflusses und zum Schutz der Pumpeninnenteile. 3.4 Sensorik und Instrumentierung • Druckaufnehmer zur kontinuierlichen Überwachung des Systemdrucks. • Druckschalter für diskrete Druckalarme und Redundanz. • Temperaturschalter zum Schutz vor überhöhter Hydraulikflüssigkeitstemperatur. • Mechanische Füllstandsanzeige, sichtbar bei Inspektionen. • Näherungssensor für Niedrigfüllstand, typischerweise eingestellt auf: ▹ Einschalten einer Warnung bei Volumen < ≈ 1,3 L ▹ Ausschalten der Warnung bei Volumen > ≈ 1,5 L • Sämtliche Leitungen von Sensoren und Schaltern sind in einem einzigen mehrpoligen elektrischen Steckverbinder zusammengeführt, was die Kabelbaumauslegung vereinfacht und Installationsfehler reduziert. 3.5 Hydraulikanschlüsse und Schnittstellen Der Verteiler stellt typischerweise folgende Anschlüsse bereit: • PS – Pumpensauganschluss • PP – Pumpendruckleitung • PC – Pumpengehäuse-Entlastung • SP / SR – Service-Druck und Service-Rücklauf zu den Flugzeugaktuatoren • GP / GR – Boden-Druck und Boden-Rücklauf für Wartungsgeräte • DP – Ablass- / Überbordanschluss Service- und Bodenanschlüsse sind mit Schnellkupplungen und Staubschutzkappen ausgestattet und ermöglichen den schnellen Anschluss von Bodenprüfständen, Spülanlagen oder externen Hydraulikaggregaten, ohne die fest installierten Rohrleitungen des Luftfahrzeugs zu beeinträchtigen. 4. Funktionsprinzip – Reverse-Intensifier-Bootstrap 4.1 Normalbetrieb • Die motorgetriebene Pumpe saugt Hydraulikflüssigkeit über PS aus dem Behälter an, erhöht den Druck auf den nominalen Systemdruck (~206 bar) und versorgt das Flugzeughydrauliksystem über PP. • Ein Abzweig aus der Hochdruckleitung speist die Hochdruckseite des Intensiviererkolbens. • Die Kraft auf die kleine Kolbenfläche AHP wird über die Kolbenstange auf die größere Fläche ALP übertragen, die auf die Behälterflüssigkeit wirkt. Nach dem Pascal’schen Gesetz: Behälterdruck = Systemdruck × AHP / ALP Bei einem Flächenverhältnis von etwa 82,4 : 1 ergibt sich: ≈ 2,5 bar = 206 bar × 1/82,4 Diese Konfiguration stellt sicher: • Die Pumpe sieht jederzeit einen positiven Einlassdruck deutlich oberhalb der Kavitationsgrenze. • Der Flüssigkeitsdruck auf der Saugseite bleibt über einen breiten Bereich von Aktuatoranforderungen stabil. • Kein Zusammenbruch des Saugdrucks beim Motorstart, Leerlauf oder bei schnellen Transienten. • Rückschlagventile können nach dem Abschalten einen Restdruck auf der Intensiviererseite halten und so den Saugdruck für kontrollierte Neustarts bewahren. 4.2 Aggressiver / Negativ-G-Flug Bei konventionellen, nicht druckbeaufschlagten Behältern können scharfe Manöver oder Negativ-G-Bedingungen dazu führen, dass sich die Flüssigkeit vom Saugpunkt entfernt, was Lufteinzug und Kavitation verursacht. In diesem System steht das gesamte Behältervolumen unter positivem Druck, sodass der Pumpeneinlass selbst bei Flüssigkeitsbewegungen weiterhin etwa ~2,5 bar(g) sieht und das Risiko von Kavitation oder Dampfsperren erheblich reduziert wird. 4.3 Entlüftung und Luftentfernung • Ein Druck-Entlüftungsventil auf der Niederdruckseite ermöglicht es Technikern, eingeschlossene Luft abzulassen und während der Wartung Flüssigkeitsproben zu entnehmen. • Zusätzliche Entlüftungsnippel können an lokalen Hochpunkten vorgesehen werden, um eine vollständige Entlüftung der angeschlossenen Rohrleitungen sicherzustellen. 4.4 Überdruckschutz • Steigt der Abgabedruck über den zulässigen Bereich, öffnet das zweistufige Hochdruck-Druckbegrenzungsventil und leitet den Volumenstrom vom Druck in den Rücklauf um, wodurch Pumpe, Aktuatoren und Rohrleitungen geschützt werden. • Führt eine Rücklaufblockierung oder thermische Ausdehnung zu einem Druckanstieg in der Niederdruckkammer, entlüftet das Niederdruck-Überbord-Druckbegrenzungsventil zur Atmosphäre und verhindert so eine strukturelle Überlastung der Behälterhülle. 5. Technische Spezifikationen