Ermüdungsvalidierung von Niederdruck-(LP)-Flugtriebwerkswellen in Originalgröße. Dauerfestigkeitsprüfungen unter kombinierten Torsions-, Axial- und thermischen Lasten. Bewertung der Hochzyklus-Ermüdungslebensdauer mit Wellen in realer Geometrie. Verifikation des Materialverhaltens unter multimodaler Belastung und hohen Temperaturen. Zertifizierungs- und Qualifikationsprüfungen für Triebwerkswellendesigns. Erkennung der Rissinitiierung und -ausbreitung im Frühstadium. Strukturelle Validierung von Konstruktionsänderungen und F&E-Verbesserungen. Erhöhung der Zuverlässigkeit und Bewertung von Ausfallmodi für Triebwerkshersteller.
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Einführung In einem modernen Flugzeugtriebwerk ist die Niederdruckwelle (LP-Welle) eines der am stärksten beanspruchten und anspruchsvollsten Bauteile der gesamten Maschine. Sie muss enorme Drehmomente übertragen, schnelle Lastwechsel verkraften und Millionen von Lastzyklen bei erhöhten Temperaturen – oft über Tausende von Stunden – überstehen, ohne dass sich auch nur ein einziger Riss bis zum Versagen ausbreitet. Versagt diese Welle im Betrieb, handelt es sich nicht um eine geringfügige Unannehmlichkeit, sondern um ein ernstes Sicherheitsereignis und eine am Boden verbleibende Flotte. Die LP-Wellen-Torsions-Ermüdungsprüfmaschine wurde genau entwickelt, um dieses Szenario zu verhindern. Es handelt sich um einen Dauerprüfstand in Originalgröße, der die LP-Welle verdreht, zieht und aufheizt, und dabei die realen Bedingungen im Triebwerk sehr genau nachbildet – jedoch unter kontrollierten Laborbedingungen. Durch die Kombination aus Torsionsbelastung, axialer Zugkraft und einem steilen thermischen Gradienten setzt der Prüfstand die Welle einer härteren Beanspruchung als im realen Betrieb aus, sodass Schwachstellen auf dem Prüfstand sichtbar werden – und nicht in der Luft. Anstatt sich ausschließlich auf Berechnungen und kleine Probenversuche zu verlassen, ermöglicht diese Maschine Ingenieuren die Durchführung von lang andauernden Ermüdungsprogrammen mit hoher Frequenz an der tatsächlichen Wellengometrie. Jeder Drehmomentzyklus, jeder Verdrehwinkel und jeder Temperaturwert wird gemessen, aufgezeichnet und ist rückverfolgbar, sodass Konstruktionsänderungen und Materialentscheidungen durch belastbare, reale Daten untermauert werden können. Zentrale funktionale Fähigkeiten Kombinierte Belastung der LP-Welle über die gesamte Länge • Programmierbare Torsionsbelastung von null bis zum erforderlichen Hauptdrehmoment mit überlagertem Nebenzyklus. • Axiale Belastung mit mehreren diskreten Kraftstufen bis zur maximal spezifizierten Axiallast. Simulation eines thermischen Gradienten • Kontrollierter Temperaturgradient entlang der Welle, typischerweise von etwa 100 °C bis 350 °C, der über die gesamte Prüfdauer aufrechterhalten wird. Ermüdungsbetrieb mit hoher Zyklenzahl • Neben-Drehmomentzyklen im Hochfrequenzbereich (10-Hz-Klasse), wobei jeder Hauptzyklus aus vielen Nebenzyklen besteht und die Gesamtprüfung sehr hohe Zyklenzahlen erreicht. Echtzeitüberwachung und -regelung • Kontinuierliche Messung von Drehmoment, Axialkraft, Verdrehwinkel, Weg, Temperatur, Druck, Vibration und Zyklenzahl mit geschlossener Regelung der Servoventile und Heizelemente. Systemarchitektur – Überblick Die Maschine ist um vier Hauptsubsysteme herum aufgebaut: Mechanischer Prüfstand • Schwerer Grundrahmen aus MS-Stahl mit integrierten Lagerblöcken und Torsionsarm. • Verstellbare Lagerstützen zur Aufnahme unterschiedlicher LP-Wellenlängen und Lagerpositionen. • Über die gesamte Länge isolierte Schutzhaube, die Welle und Heizelemente umschließt, mit Zugangstüren für Montage und Inspektion. Hydraulische Betätigung • Hydraulikaggregat mit Edelstahlbehälter und Elektromotor, der eine Doppel-Flügelzellenpumpe antreibt und sowohl Hochdruck- als auch Niederdruckkreise für dynamische Betätigung und Hilfsfunktionen bereitstellt. • Ein Torsionszylinder, der über einen Torsionsarm mit der Welle gekoppelt ist, sowie zwei Axialzylinder, die von beiden Enden Zugkräfte aufbringen. • Digitales Servoventil zur Torsionsregelung sowie Richtungs- und Proportionalventile für die Axialkreise, mit Filtration und Kühlung ausgelegt für lange Dauerprüfungen. Thermisches Simulationssystem • Mehrere Bandheizelemente, zonenweise entlang der Welle angeordnet, um den gewünschten Gradienten zu erzeugen und zu halten. • Isolationsschilde und äußere Abdeckung zur Minimierung von Wärmeverlusten und zum Schutz der umgebenden Struktur. Steuerung, SCADA und Datenerfassung • Industrielle SPS mit dediziertem Schaltschrank und 27"-Bedienkonsole. • SCADA-PC zur Aufzeichnung aller Kanäle mit schnellen Abtastintervallen und Ethernet-Anbindung für die Fernüberwachung im lokalen Netzwerk. Technische Spezifikationen